Die festen Fronten um die „Stolpersteine“ weichen auf. Vorletztes Wochenende hat die Münchner SPD gezeigt, dass sie durchaus nicht so geschlossen ablehnend ist, wie sie bisher auftrat. Denn per Beschluss forderte sie auf ihrem Parteitag ihre Stadtratsfraktion auf, sich für die Zulassung der Verlegung der „Stolpersteine“ zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auf öffentlichem Grund einzusetzen. Vielleicht wird jetzt eine neue und sachliche Diskussion im Stadtrat möglich. Wir als Rosa Liste haben die Initiative Stolpersteine für München bisher immer unterstützt, weil wir in den „Stolpersteinen" eine gute Möglichkeit von Geschichtsarbeit und Erinnerungskultur für die unterschiedlichen Opfergruppen, auch der homosexuellen, sehen. Leider hat bisher die Mehrheit im Rathaus (gegen die Stimme der Rosa Liste) „Stolpersteine" im öffentlichen Raum verhindert. So ist die Initiative bisher auf privaten Grund angewiesen. Trotzdem werden wir uns auch in Zukunft für ein Umdenken im Stadtrat einsetzen. Und deshalb ist es nur zu begrüssen, dass bei der SPD –wie auch in mehreren Bezirksausschüssen- wieder Bewegung in die Diskussion kommt. Als Fraktion Grüne/Rosa Liste wollen wir das Thema „Stolpersteine“ noch in diesem Jahr erneut in den Stadtrat einbringen. Fraktionskollege Dr.Florian Roth bringt es in unserer Presseerklärung auf den Punkt: „Wir erhoffen uns einen fairen und respektvollen Meinungsaustausch, der auch die Haltung vieler Hinterbliebener mehr als bisher berücksichtigt, und an dessen Ende eine verantwortungsvolle Entscheidung frei von Fraktionszwängen steht.“