Die Vorstellung schwul-lesbischer Stadtgeografie reduziert sich ja meist auf die Isarvorstadt und das Glockenbachviertel. Aber lesbisches und schwules Leben findet selbstverständlich auch in anderen Stadtvierteln statt. Deshalb geht das Forum Homosexualität jetzt in die Maxvorstadt.
Ab morgen zeigt das Forum in der U-Bahn-Galerie Universität (Ausgang Nord) „unsere“ Geschichte“ in der Maxvorstadt, vom Fotoatelier Elvira bis zur Buchhandlung Lillemor´s als einem kulturellen Treffpunkt lesbischen Lebens.
Wenn ich an die Maxvorstadt denke, dann fällt mir zuerst das „Schwabingerbräu“ ein, das es seit 1990 nicht mehr gibt: beim Umbau vom Hertie-Hochhaus in das Karstadt-Gebäude wurde das Hochhaus "verkürzt" und die oberen Etagen mit dem "Schwabingerbräu" geschleift.
Denn im „Schwabingerbräu“ fand die große schwul-lesbische Abschlussfeier zu „Viorosa II“, den schwul-lesbischen Kulturwochen im Sommer 1989, statt, was gleichzeitig der CSD-Abschluss war. Das war für mich die wirklich erste (!) große gemeinsame (!) schwul-lesbische Bewegungs-Party. Für mich auch emotional der Beweis, wir können als Lesben und Schwule nicht nur zusammen was bewegen, sondern auch zusammen feiern. Schwul-lesbische Zusammenarbeit war zum ersten Mal auch erlebbar! Nachdem in der Viorosa-Woche die Idee einer Wählerinitiative Rosa Liste entstand, war mir klar: die Zeit ist reif für eine schwul-lesbische Liste. So wurde Rosa Liste dann auch der erste gemeinsame Verein!
Deshalb freue ich mich, dass das Forum mit seiner Ausstellung auch daran erinnert.
Morgen, Donnerstag 6.5., wird die Ausstellung um 19 Uhr (U-Bahnstation Universität, Nordausgang) eröffnet und ist dann ca. 6 Wochen dort zu sehen.
Eine gute Gelegenheit, mal über den Tellerrand des Glockenbachviertels zu schauen...