Letzten Freitag feierten die JUNGS ihr 20jähriges Bestehen. Sie sind damit die älteste -und immer noch aktive- Freizeitgruppe für schwule Jugendliche. Dazu konnte ich, auch in Vertretung des Oberbürgermeisters und der Landeshauptstadt, gratulieren.
Eine "Freizeitgruppe" war 1990 nicht selbstverständlich. Man konnte von den anderen Gruppen als "Koch-, Schwimm- und Billard-Gruppe" belächelt werden: eine Gruppe ohne politischen Anspruch. Die Einschätzung hat sich in 20 Jahren verändert. Heute sind die JUNGS, nachdem sie früher am Sub angebunden waren, Teil des Jugendzentrums von diversity. Und die Jugendfreizeit-Arbeit wird nicht nur von der Stadt geschätzt, wofür das Zentrum ein offensichtlicher Beweis ist.
Jeder Einzelne, der mal bei den JUNGS war, weiss und zeigt, wie wichtig so eine Gruppe ist: nicht mehr im Coming-out allein sein; sich nicht erklären oder rechtfertigen zu müssen; nicht abgewertet zu werden; mit seinem Schwulsein sicherer und offener zu werden; Mut gemacht bekommen, sein schwules Leben selbstbestimmt und selbstverständlich zu leben. Ein notwendiger Durchlauferhitzer. Und viele konnten das, was sie selber in der Gruppe erfahren haben, wieder als Gruppenleiter weitergeben.
Der Vorteil des biologischen Gesetzes in der Gruppe war, dass immer Neue nachkamen - und nachkommen werden. Denn das Coming-out ist nicht wirklich einfacher geworden. Nachteil ist aber auch, dass das Alter aus der Gruppe treibt. Deshalb wünsche ich mir, dass der "Transfer" klappt: dass die Mitglieder in anderen Projekten eine neue Heimat finden, dass die Aktiven in anderen Gruppen Verantwortung übernehmen.